Alumni-Interview zum 10. Jahrgang des Digital Media Law and Management LL.M. | MBA
Christoph Engel-Bunsas ist Opern- und Konzertsänger, zugelassener Anwalt in der Schweiz, Frankreich und Deutschland – und Absolvent des Joint-Degree-Programms Digital Media Law and Management LL.M. | MBA. Im Interview erzählt er, wie der Studiengang seine Karriere verändert hat und warum der Doppelabschluss für ihn keine Frage war.
Mit dem Wintersemester 2026/2027 startet der Masterstudiengang Digital Media Law and Management LL.M. | MBA in seinen 10. Jahrgang – ein Meilenstein für ein Programm, das sich in der deutschsprachigen Medien- und Rechtslandschaft längst einen festen Platz erarbeitet hat. Der Joint Degree der Universität Potsdam und der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF verbindet rechtswissenschaftliche Tiefe mit strategisch-wirtschaftlichem Denken – und richtet sich an Medienprofis, die ihre Karriere auf ein neues Level heben möchten. Der Studiengang vereint akademische Theorie mit praxisnahen Fallstudien und dem Know-how erfahrener Branchenprofis. Um das Jubiläum zu feiern, haben wir mit einem unserer Absolventen gesprochen: Christoph Engel-Bunsas ist Opern- und Konzertsänger, in drei Ländern zugelassener Anwalt und Inhaber einer auf Immaterialgüterrecht spezialisierten Kanzleiboutique in Basel. Seine Geschichte zeigt, wie vielschichtig die Wege sein können, die zu diesem Programm führen – und was dieser Master daraus macht.
Christoph, dein Werdegang ist alles andere als geradlinig – erzähl uns davon.
Mein Werdegang ist tatsächlich recht ungewöhnlich. Ich habe Jura studiert – aber natürlich nicht nur im deutschen Recht. Ich entschied mich für den deutsch-französischen Studiengang Rechtswissenschaften: Die ersten vier Semester absolvierte ich an der Universität Potsdam, dann ging ich 2013 für zwei weitere Studienjahre an die Université Paris-Nanterre. An beiden Universitäten erlangte ich entsprechende Abschlüsse.
2015 war dann erst einmal Schluss mit Recht – ich hatte die Nase voll und wollte mich neu orientieren. Der Grund: Musik hatte mich seit frühester Kindheit begleitet. Ich spielte Klavier und sang. Durch einige schicksalhafte Begegnungen in Paris bereitete ich mich auf die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen vor – mit Erfolg. Von 2015 bis 2020 studierte ich klassischen Gesang an der Hochschule für Musik Basel, wo ich auch heute noch lebe und arbeite.
Was hat dich nach diesem Weg zurück zum Recht – und konkret zu diesem Masterprogramm – gebracht?
Die Covid-Pandemie hat mich dazu gezwungen, mich erneut umzuorientieren. Zwar konnte ich meine Tätigkeit als Sänger nach dem Ende der Pandemie glücklicherweise wieder aufnehmen – aber das Erlebnis hat mir klargemacht: Musizieren setzt innere und äußere Freiheit voraus. Ich wollte mich nicht von äußeren Umständen abhängig machen.
Gleichzeitig spürte ich, dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen: das Musikerherz und das Juristenherz. Letzteres durfte zwischen 2015 und 2020 nicht schlagen. Nach sehr kurzer Recherche fand ich den Studiengang Digital Media Law and Management an meiner Alma Mater. Ich wollte einen Bezug zur Kulturwirtschaft – und das ist mir mehr als gelungen. Dank des Joint Degree haben sich mein Horizont und mein Verständnis für die Medienbranche weit über die Musikbranche hinaus erweitert.
Was waren die größten Herausforderungen während des Studiums?
Die größte Herausforderung war der Faktor Zeit. Ein berufsbegleitendes Studium verlangt einem viel ab – es erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen. Als Jurist und als Sänger bin ich das gewohnt, weshalb es letztlich kein unüberwindbares Problem war.
Wir waren einer der Covid-Jahrgänge: Der Großteil der Lehrveranstaltungen fand hybrid oder online statt. Aus heutiger Sicht beneide ich die Jahrgänge danach, die den Studiengang als Präsenzstudium erleben durften. Denn dieser Master lebt vom persönlichen Austausch, vom Diskurs, vom Netzwerken. Wir – und das schließt die Dozierenden ein – haben damals das Beste aus der Situation gemacht.
Wie hat der Master deine Karriere konkret beeinflusst?
Der Master hat es mir ermöglicht, mich im Medien- und Urheberrecht zu spezialisieren und vertiefte Einblicke in die wirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu gewinnen. Ich hatte das Glück, die Voraussetzungen für beide Abschlüsse mitzubringen, und habe diese Möglichkeit bewusst genutzt. Der Doppelabschluss – LL.M. und MBA – hat mir in meinem Netzwerk enorm geholfen und schafft auch bei Mandanten sofort Vertrauen: Sie sehen, dass ich die juristische wie die wirtschaftliche Seite ihrer Arbeit verstehe.
Und: Der Master war der Hauptanlass für mich, den nächsten beruflichen Schritt zu gehen und Anwalt zu werden.
Was machst du heute – und welche Rolle spielt das Gelernte dabei?
Ich habe kürzlich eine Kanzleiboutique in Basel eröffnet, die auf die Beratung und Vertretung von Personen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft im Bereich des Immaterialgüterrechts spezialisiert ist. Zudem verfüge ich über eine Nischenexpertise im Recht an der eigenen Stimme.
Meine Kanzlei unterscheidet sich von anderen nicht nur dadurch, dass ich als Anwalt in mehreren Ländern zugelassen bin und sowohl im schweizerischen als auch im französischen und deutschen Recht tätig bin – sondern vor allem dadurch, dass ich als Opern- und Konzertsänger meine Zielgruppe aus eigener Erfahrung kenne. Meine Perspektive geht über die rein juristische hinaus. Ich möchte etwas für die Branche bewegen und ihr angesichts der gewaltigen Herausforderungen durch KI und den Einfluss amerikanischer Big-Tech-Plattformen in allen Belangen zur Seite stehen – rechtlich, politisch und kreativ. Der Master hat dafür die fachlichen Grundlagen gelegt.
Was würdest du zukünftigen Studierenden raten?
Mein Rat: Wer die Möglichkeit hat, beide Abschlüsse zu machen, sollte diese Chance unbedingt ergreifen. Ich weiß, dass das mehr Module und zwei Masterarbeiten bedeutet – ich habe es selbst durchgezogen. Aber rückblickend war genau diese Entscheidung einer der größten Hebel für meine Karriere. Den LL.M. allein hätte mir nicht das unternehmerische Handwerkszeug gegeben, das der MBA mitbringt. Und diese Kombination gibt es in Deutschland sonst nirgends.
Jetzt bewerben: Digital Media Law and Management LL.M. | MBA
10. Jahrgang ab Oktober 2026
Bewerbungsfrist: 31. Juli 2026
Early-Bird-Rabatt bei Anmeldung bis Ende April 2026
